05. Februar 2010 - 23. Mai 2010

Matthias Beckmann: Zeichenraum Wunderkammer

Halle (Saale) Historisches Waisenhaus - Franckesche Stiftungen

Historisches Waisenhaus | 5. Februar – 23. Mai 2010 |
Di - So 10-17 Uhr

Das künstlerische Interesse des Zeichners Matthias Beckmann liegt seit Jahren in öffentlichen Räumen. Die Flick Collection im Hamburger Bahnhof, die MoMA-Ausstellung in Berlin aber auch das Fraunhofer – Institut für Produktionstechnik oder die Daimler-Werke wurden für ihn zum künstlerischen Austragungsort. Der museale Raum entwickelte für den Künstler jedoch eine ganz eigene Faszination. Zeichenraum Wunderkammer ist in Projekt aus dem Jahr 2005. Damals war Matthias Beckmann den Spuren der Wunderkammern in Deutschland gefolgt und hatte im Ulmer Museum, im Schlossmuseum Schloss Friedenstein in Gotha, im Benediktinerstift Kremsmünster, im Heimat- und Naturalienkabinett Waldenburg sowie in der Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen gearbeitet. 74 Zeichnungen aus dieser Periode werden jetzt in einer Ausstellung im Foyer der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen gezeigt.

Die Zeichnungen aus den Wunderkammern entstanden direkt vor Ort. Diese Authentizität erlaubt einen Einblick in die jeweiligen historischen Sammlungen, verortet sie aber auch gleichzeitig im heutigen musealen Raum mit Absperrbändern, Hinweisen für den Besucher oder Museumsaufsichten mit schlecht sitzenden Uniformen. In seinen Detailzeichnungen verlässt Matthias Beckmann das Begrenzende des Museumsraums. Ein Blick in die verworrene Takelage des Ostindienfahrers in der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen, die Bauchseite des ausgestopften Krokodils mit der grob vernähten Naht und der lächelnde Leopard auf dem Bekrönungsmotiv des Tierschranks öffnen gleichsam ein Fenster, das wie in der Frühen Neuzeit den Blick vom Mikrokosmos Wunderkammer in den Makrokosmos erlaubt.

Matthias Beckmanns Zeichnungen sind heute deutschlandweit Bestandteil der graphischen Sammlungen in Museen. Neben der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha finden sich seine Werke im Museum Ludwig in Köln, im Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg, der Kunsthalle in Bremen aber auch in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages oder der Sammlung Daimler.

 

 

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