17. November 2016 - 18. November 2016

Symposium: Ideen und deren Geschichte. Vermittlungsansätze in Museen und Erinnerungsstätten

Weimar Goethe-Nationalmuseum Weimar

Dass Ideen als Erzeugnisse des menschlichen Geistes ihre eigene Geschichte haben, überrascht nicht. Und doch bleibt „Ideengeschichte“ schwer greifbar, da sie die nichtmateriellen
Produkte des menschlichen Denkens in den Blick nimmt. Andererseits besitzen Dinge nicht nur einen praktisch-funktionalen Sach-, Nutz- oder Kunstwert, sondern können
zugleich Träger für Bedeutungen und Überzeugungen, eben Ideen, sein.
Das Symposium zielt darauf auszuloten, wie Ideen sich in und anhand materieller Hinterlassenschaften anschaulich vermitteln lassen. Gefragt werden soll nach spezifischen
Zugängen, die die veränderliche Natur der Ideen und ihres kulturellen Kontextes an Sichtbarem verstehbar werden lassen: Welche Dinge eignen sich, um Ideen und ihre politische
und kulturelle Wirkungskraft zu vermitteln? Mit welchen Methoden lassen sich die spezifischen Bezüge zwischen Ideen und Dingen darstellen? Wie kann die darin enthaltene
Relevanz offengelegt werden?

Mitwirkende:
Regina Cosenza, Klassik Stiftung Weimar
Dr. Sabine Dengel, Bundeszentrale für Politische Bildung
Dr. des. Britta Hochkirchen, Universität Bielefeld
Kerstin Hübner, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- & Jugendbildung
Dr. Elke Kollar, Klassik Stiftung Weimar
Dr. Jonas Maatsch, Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen
Dr. Folker Metzger, Klassik Stiftung Weimar
Thomas Ritschel, Weimar-Jena-Akademie
Dr. des. Christoph Schmälzle, Freie Universität Berlin

Programm

Donnerstag | 17.11.2016

11.00 Uhr
Begrüßung
Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar
Einführung
Thomas Ritschel, Vorsitzender der Weimar-Jena-Akademie

11.15 Uhr | Impulse

1. Bildende Kunst. Diesseits der Ideen?
Dr. des. Britta Hochkirchen

2. Ausstellungen. Wie visualisiert man Ideen?
Dr. des. Christoph Schmälzle

3. Der neue Mensch. Eine Idee, drei Orte, ein Projekt
Dr. Elke Kollar

Moderation: Dr. Folker Metzger

13.00 Uhr | Mittagspause

14.00 Uhr | Im Gespräch. Vor Ort
Dinge und Ideen aus Kunst, Natur und Gesellschaft

Moderation: Regina Cosenza, Dr. Elke Kollar und Thomas Ritschel

16.00 Uhr | Kaffeepause

16.30 Uhr | Spiegelungen und Diskussion
Dr. Sabine Dengel, Kerstin Hübner und Dr. Jonas Maatsch

Moderation: Dr. Folker Metzger

18.00 Uhr | Abendpause

19.30 Uhr | Get together
Stadtschloss Weimar, Kaminzimmer

Freitag | 18.11.2016

9.00 Uhr | Einstieg
Dr. Elke Kollar

9.30 Uhr | Workshops
Vermittlung von Ideengeschichte. Beispiele aus der Praxis

1. Clash of futures. Relevanz politischer Ideen heute
Kristian Petschko, Büro für Kulturvermittlung, Berlin

Wie vermittelt man Ideen, die teilweise selbst schon der Vergangenheit angehören? 2018 wird eine Ausstellung im Militärhistorischen Museum Dresden anhand von Kunst und Alltagsgegenständen untersuchen, wie in der Zwischenkriegszeit 1918–1939 die Ideen liberale Demokratie, Kommunismus und Faschismus in Europa aufeinanderprallten. Das Vermittlungsprogramm arbeitet mit Objektvergleichen, eigenen Zukunftsvorstellungen sowie biographischen Ansätzen.

2. Revolution. Wofür lohnt es sich zu kämpfen?
Dr. Peter Wurschi, Stiftung Ettersberg

„Wir sind das Volk“ hallt es 1989 durch Weimar. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ hallt es 1789 durch Paris. Es sind Rufe nach Emanzipation und Freiheit. Das Bildungsprojekt sucht nach den universellen Momenten im Menschen, in denen er zum Revolutionär wird – oder eben auch nicht. Junge Erwachsene arbeiten mit Objekten, Quellen und musealen Inszenierungen sowie theaterpädagogischen Methoden, um Erkenntnisse für die Gegenwart zu gewinnen.

3. Von Trier in die Welt. Karl Marx und seine Ideen
Dr. Anja Kruke und Dr. Ann-Katrin Thomm, Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

2018 wird im Geburtshaus von Karl Marx eine neue Dauerausstellung eröffnet. Sie lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Person Karl Marx, seinem Werk und der globalen Wirkung seiner Ideen ein. Doch wie lassen sich die Ideen des wirkungsmächtigen Universalgelehrten und ihre Rezeption in einer Ausstellung vermitteln?

4. Out of order. Mittelalterliche Kunst im Museum
Maren Heun, Städtische Museen Freiburg

Wie lassen sich die Ideen, die nicht mehr in ihrem ursprünglichen Kontext stehen, vermitteln? Für das Mittelalter war der christliche Glaube eine der prägendsten Ideen. Das Freiburger Augustinermuseum erprobt Möglichkeiten, den BesucherInnen christliche Kunst, ihre Funktion und Wirkung nahezubringen: durch räumliche Inszenierung und inklusive Vermittlungsansätze, die die Komplexität der christlichen Kunst bewusst aufgreifen.

11.00 Uhr | Kaffeepause

11.30 Uhr | Vortrag
Geschichte der Ideen – Geschichte der Dinge. Zugänge zur Ideengeschichte für die Museumspraxis
Dr. Jonas Maatsch

12.30 Uhr | Fazit – was bleibt?
Dr. Elke Kollar

13.00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Anmeldung
Weimar-Jena-Akademie
Antonia Furjelova | Jakobstraße 10 | 99423 Weimar
antonia.furjelova@weimar-jena-akademie.de

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Kontaktdaten sowie ggf. Ihrer Institution bis 31. Oktober 2016 an. Bitte geben Sie an, an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten (Erst- und Zweitwahl). An den Veranstaltungstagen erhalten alle Tagungsgäste freien Eintritt in die Einrichtungen der Klassik Stiftung Weimar. Voraussetzung ist die Registrierung am Tagungsort.
www.klassik-stiftung.de/bildung/fachtagungen

Tagungsort
Klassik Stiftung Weimar | Festsaal im Goethe-Nationalmuseum
Frauenplan 1 | 99423 Weimar

Übernachtung
Bis 15. Oktober 2016 ist im Leonardo Hotel ein Zimmerkontingent für die Tagung reserviert, Stichwort: Symposium Ideengeschichte.
www.leonardo-hotels.de/leonardo-hotel-weimar

Das Symposium ist eine Kooperationsveranstaltung der Klassik Stiftung Weimar, der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen und der Weimar-Jena-Akademie.

 

 

> http://www.klassik-stiftung.de/bildung/fachtagungen